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Wort zum Monat Oktober
Hartnäckige Kraft der Liebe
In diesen Zeiten, da in unserem Nachbarland eine rechtsextreme Partei viele Stimmen erhält, frage ich mich, was das mit mir und uns macht. Eine Partei, die das Umkrempeln im Programm hat: Geschichte / Kunst nur noch dulden will, wenn es „der positiven nationalen Identitätsfindung“ dient, Menschen mit Migrationshintergrund definitiv unerwünscht sind und die allgemeine Schulpflicht in Frage gestellt wird.
In diesen Septemberwochen begegnet mir die Friedenstaube mit dem Zweiglein im Munde auf Plakaten überall. Sie kommt mir im Zusammenhang mit den Abstimmungen wie ein Hohn und verlogen vor. Ich hätte nie gedacht, dass diese Taube bei mir so viel Widerwillen auslösen kann.
Diesen Sommer hat mich das Buch von Daniel Schreiber « Liebe! Ein Aufruf» begleitet. Er plädiert (in biblischem Sinn) für die Liebe sowohl im privaten Bereich wie auch in der Politik. Liebe als Kraft gegen Hass, Angst, Verachtung und sozialer Ungerechtigkeit und für eine geteilte Liebe zur Welt und zu den Menschen. Martin Luther King, Hannah Arendt, Albert Schweizer und vor allem der Mann aus Nazareth haben uns vorgelebt, dass Liebe eine Wirkung hat, wenn sie hartnäckig gelebt wird. Liebe als Handlung und als gesellschaftliches Potenzial. Nicht Wegschauen, sich immer wieder freundlich auf Diskussionen einlassen und einstehen für Menschenwürde, für einen anderen Umgang mit der Schöpfung und für Gerechtigkeit.
Wo könnte ich oder könnten wir als Gemeinde aufgefordert sein, Stellung zu beziehen?
Für mich ist es eine Frage der Haltung und eine Einladung, die hoffentlich viele Nachahmer*innen findet!
Geht in der Kraft, die euch gegeben ist, geht einfach, geht unbeschwert, geht heiter
und haltet Ausschau nach der Liebe. Geistkraft geleite euch!
Kathy Gerber


